Rutschhemmungsklassen sagen, wie viel Halt ein Boden bietet, wenn Öl oder Wasser darauf liegen. Es gibt fünf Stufen, von R9 bis R13. Welche Stufe Sie brauchen, hängt nicht vom Produkt ab, sondern davon, was in Ihrem Bereich auf dem Boden landet.
Übersicht:
- Rutschhemmungsklassen auswählen: fünf Punkte für die Praxis
- Was die R-Gruppen R9 bis R13 messen, und was sie nicht messen
- DIN 51130 ist zurückgezogen: was das für Ihr Datenblatt bedeutet
- Welche Rutschhemmungsklassen die ASR A1.5 für Ihren Arbeitsbereich fordert
- Warum eine höhere Klasse den Boden nicht automatisch sicherer macht
- Wo PVC-Klickfliesen mit R10 passen und wo nicht
- Praxis-Hinweise für die nächste Bodenentscheidung
- So kommen Sie von der Anforderung zum passenden Boden
- Häufige Fragen zu Rutschhemmungsklassen
In Ausschreibungen für Hallenböden stehen bei den Rutschhemmungsklassen fast immer R11 oder besser, meist ohne Begründung. Die Klasse, die Sie tatsächlich brauchen, steht aber nicht im Produktkatalog.
Sie steht in der Arbeitsstättenregel ASR A1.5, sortiert nach Arbeitsbereich. Dort ist für eine Dreherei R11 vorgesehen, für einen Lackierbereich dagegen R10. Der Unterschied liegt nicht an der Maschine, sondern an der Ölmenge auf dem Boden.
Und die Prüfnorm, die auf fast jedem Datenblatt steht, wurde inzwischen zurückgezogen. Ihre vorhandenen Prüfzeugnisse bleiben trotzdem gültig.
Rutschhemmungsklassen auswählen: fünf Punkte für die Praxis
- Fünf Stufen: R9 bedeutet wenig Halt, R13 sehr viel. Gemessen wird auf einer schrägen Rampe, die so lange gekippt wird, bis eine Prüfperson rutscht.
- Nicht das Produkt entscheidet: Welche Stufe Pflicht ist, hängt vom Arbeitsbereich ab. Die Zuordnung steht in der Arbeitsstättenregel ASR A1.5.
- Öl und Wasser sind der Maßstab: Die Zuordnung gilt für Bereiche, in denen tatsächlich rutschige Stoffe auf den Boden gelangen. In einer trockenen Montagehalle greift sie nicht zwingend.
- Höher ist nicht automatisch besser: Grobe Profile ab R11 lassen sich schlechter reinigen, und benachbarte Flächen dürfen sich nur um eine Stufe unterscheiden.
- Der zweite Wert: Neben der R-Stufe gibt es den Verdrängungsraum V4 bis V10. Das ist der Hohlraum unter der Trittfläche, in den Öl oder Späne abfließen.
- Unsicher, welche R-Gruppe für Ihren Bereich gilt? Wir ordnen Ihre Fläche anhand der ASR A1.5 ein und sagen Ihnen, welche Stufe wirklich gefordert ist. Fachberatung anfordern

Was die R-Gruppen R9 bis R13 messen, und was sie nicht messen
Die Prüfung ist erstaunlich handfest. Eine Person mit genormten Sicherheitsschuhen geht auf einer Rampe vor und zurück, die vorher mit Motoröl bestrichen wurde. Die Rampe wird gekippt, bis die Person nicht mehr sicher gehen kann.
Der Winkel an diesem Punkt heißt Winkel des Ausrutschens. Aus ihm ergibt sich die R-Gruppe, also die Klasse der Rutschhemmung. Sechs bis zehn Grad bedeuten R9, über 35 Grad bedeuten R13.
| Winkel des Ausrutschens | R-Gruppe | Typisch für |
|---|---|---|
| 6 bis 10 Grad | R 9 | Büro, Verkaufsraum, Treppe im Innenbereich |
| über 10 bis 19 Grad | R 10 | Umkleide, Lackierbereich, Garage ohne Wettereinfluss |
| über 19 bis 27 Grad | R 11 | Dreherei, Fräserei, Kfz-Instandsetzung, Außentreppe |
| über 27 bis 35 Grad | R 12 | Härterei, Beizerei, Prüfgrube, Galvanik |
| über 35 Grad | R 13 | Gerberei, Wasserwerkstatt, Räume mit Leimlederanfall |
Was in dieser Prüfung nicht vorkommt: Alterung, Reinigungsmittel, abgelaufene Sohlenprofile, Staub. Geprüft wird ein neuer Belag unter Laborbedingungen.
Kernaussage:
Die R-Gruppe beschreibt den Boden im Neuzustand unter Öl im Labor. Sie sagt nichts darüber, wie rutschig er nach zwei Jahren Betrieb ist.
Der Verdrängungsraum V4 bis V10, der zweite Wert im Datenblatt
Neben der R-Gruppe steht in manchen Prüfzeugnissen ein V-Wert. Der Verdrängungsraum ist der offene Hohlraum unter der Trittebene, in dem sich Öl, Späne oder Wasser sammeln können, statt unter der Sohle zu bleiben.
Gemessen wird das Volumen in Kubikzentimetern je Quadratdezimeter. V4 sind vier, V10 sind zehn. Gefordert wird ein V-Wert überall dort, wo größere Mengen rutschiger Stoffe anfallen, etwa an einer Prüfgrube oder im Öllager.
Ein glatter, geschlossener Belag hat keinen Verdrängungsraum. Fordert die Ausschreibung R11 V4, reicht ein Belag mit R11 allein also nicht aus.

DIN 51130 ist zurückgezogen: was das für Ihr Datenblatt bedeutet
Auf nahezu jedem Produktdatenblatt in Deutschland steht bis heute R10 nach DIN 51130. Diese Norm wurde mit der Veröffentlichung der europäischen DIN EN 16165 im Dezember 2021 zurückgezogen. Eine Übergangsfrist für das Prüfverfahren gibt es nicht.
Verschwunden ist das Verfahren deshalb nicht. Es steht jetzt im Anhang B der neuen Norm, mit demselben Prüfschuh, demselben Motoröl und demselben Messprinzip. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV stuft die Ergebnisse beider Normen als gleichwertig ein.
Was mit Ihren vorhandenen Prüfzeugnissen passiert
Alte Prüfzeugnisse müssen Sie nicht erneuern lassen, denn sie gelten weiter. Befristet sind sie üblicherweise auf fünf Jahre.
Die Anerkennung funktioniert dabei in beide Richtungen. Ein Zeugnis nach neuer Norm genügt auch dann, wenn Ihr Ausschreibungstext noch die alte Nummer nennt, und umgekehrt. Nachgefragt wird das erfahrungsgemäß trotzdem.
Praxistipp:
Schreiben Sie den Normbezug einmal vollständig in Angebot oder Leistungsverzeichnis: “R10, geprüft nach DIN 51130, gleichwertig zu DIN EN 16165 Anhang B”. Dieser eine Satz nimmt der Bauleitung die Rückfrage ab, ob das Datenblatt noch aktuell ist.
Die eine Angabe, die tatsächlich verlorengegangen ist
Der Verdrängungsraum wurde nicht in die europäische Norm übernommen. Er wird in Deutschland weiterhin national geregelt. Details dazu hat das IFA in einer FAQ zur DIN EN 16165 zusammengestellt.

Welche Rutschhemmungsklassen die ASR A1.5 für Ihren Arbeitsbereich fordert
Hier liegt das häufigste Missverständnis. Die Prüfnorm beschreibt nur, wie gemessen wird. Sie sagt kein Wort darüber, welcher Boden wohin gehört.
Diese Zuordnung steht in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5 Fußböden, in Anhang 2. Dort sind Arbeitsbereiche einzeln aufgelistet, von der Dreherei bis zur Laderampe. Wer die Regel einhält, kann davon ausgehen, die Arbeitsstättenverordnung zu erfüllen.
| Arbeitsbereich | Gefordert |
|---|---|
| Eingangsbereiche innen, Treppen innen | R 9 |
| Umkleide- und Waschräume | R 10 |
| Lackierung (nicht Nassschleifen) | R 10 |
| Garagen und Tiefgaragen ohne Wettereinfluss | R 10 |
| Dreherei, Fräserei, Stanzerei, Presserei | R 11 |
| Dieselben Bereiche mit erhöhtem Ölanfall | R 11 V 4 |
| Instandsetzung und Wartung von Fahrzeugen | R 11 |
| Laderampe, überdacht | R 11 oder R 10 V 4 |
| Arbeits- und Prüfgrube | R 12 V 4 |
| Lagerraum für Öle und Fette zur Teilentnahme | R 12 V 6 |
Zwei Sätze aus derselben Regel werden dabei regelmäßig überlesen, obwohl sie die Auswahl deutlich entspannen. Erstens gilt die Zuordnung nur dort, wo tatsächlich Öl, Wasser oder Späne auf den Boden gelangen. Zweitens zählt bei gemischter Nutzung die hauptsächliche Tätigkeit, nicht der strengste Einzelfall im Raum.
Die Liste gilt nur, wo tatsächlich etwas auf dem Boden landet
Anhang 2 der ASR A1.5 beschränkt sich ausdrücklich auf Bereiche, deren Fußböden mit gleitfördernden Stoffen in Kontakt kommen. Gemeint sind Öle, Fette, Nässe, Späne, Stäube und Abfälle.
Eine Montagehalle ohne Ölanfall, ein Lager mit verpackter Ware, ein Ausstellungsraum: Für solche Flächen ist die Zuordnung eine Empfehlung zur Orientierung, keine Pflichtstufe. Das steht als Hinweis direkt unter der Regelung.
Welche Fliesenstärke und Oberfläche dann zur Belastung passt, ist die zweite Hälfte der Auswahl. Die Belastungsfälle von Fußverkehr bis Staplerlast stehen auf unserer Seite zum Industrieboden.
Bei gemischten Tätigkeiten in einem Raum wird nach der hauptsächlichen Tätigkeit ausgewählt. Wird nur an zwei Maschinen mit Kühlschmierstoff gearbeitet, muss deshalb nicht die ganze Halle in R11 ausgeführt werden. Für solche Teilflächen sind auch Matten oder Roste zulässig.
Kernaussage:
Wo kein Öl, Wasser oder Staub auf den Boden gelangt, gilt die Zuordnung aus Anhang 2 nicht zwingend. Sie dient dann nur als Orientierung.
In der Praxis kippt diese Unterscheidung ganze Angebote. Sie entscheidet, ob eine Teilfläche von 40 Quadratmetern ausgestattet werden muss oder eine Halle von 800 Quadratmetern.
Aus unserer Praxis
Die häufigste Anfrage lautet sinngemäß: Wir brauchen R11 für die ganze Halle. Fragen wir nach, betrifft der Ölanfall meist zwei oder drei Maschinenplätze, während der Rest der Fläche Fußverkehr und Hubwagen sieht.
Für die Auswahl heißt das: Erst den Bereich abgrenzen, in dem wirklich etwas auf den Boden gelangt, dann die Stufe festlegen. Wer pauschal die höchste Klasse über die gesamte Fläche zieht, zahlt für Eigenschaften, die er auf 90 Prozent der Fläche nicht braucht.

Warum eine höhere Klasse den Boden nicht automatisch sicherer macht
Eine höhere Bewertungsgruppe zu verlegen, ist ausdrücklich erlaubt. Sinnvoll ist es trotzdem oft nicht, und in einem Fall wird es sogar zum Problem.
Der Sprung zwischen zwei Flächen ist begrenzt
Angrenzende Bodenflächen, die im Alltag durchgehend begangen werden, dürfen sich um höchstens eine R-Gruppe unterscheiden. Zwei Stufen sind nur zulässig, wenn der Übergang klar erkennbar ist, etwa an einer Tür.
Wer also eine Teilfläche in R12 ausführt und den angrenzenden Flur bei R9 belässt, erzeugt genau an dieser Kante eine neue Rutschstelle. Sonst sind Übergangsbereiche nötig, die in Laufrichtung mindestens 1,5 Meter lang sind.
Kernaussage:
Zwischen zwei angrenzenden Flächen darf der Unterschied nicht größer als eine R-Gruppe sein. Sonst entsteht genau dort eine neue Rutschstelle.
Grobe Profile kosten bei Reinigung und Rollverkehr
Rutschhemmung ab R11 entsteht über ein deutlich gröberes Oberflächenprofil. Das hat Folgen im Betrieb, die im Datenblatt nicht auftauchen.
Schmutz setzt sich in den Vertiefungen fest und lässt sich mit einem normalen Wischgang nicht mehr entfernen. Rollen von Hubwagen und Werkstattwagen laufen spürbar schwerer. Wer viel im Stehen arbeitet, merkt die Struktur außerdem unter der Sohle.
Dazu kommt ein Punkt, den die Arbeitsstättenregel eigens aufführt: Reinigungs- und Pflegemittel müssen so gewählt sein, dass die Rutschhemmung nach der Reinigung erhalten bleibt. Ein falsches Pflegemittel kann einen R11-Boden praktisch entwerten. Wie das für Klickfliesen aussieht, steht auf unserer Seite zu Verlegung, Wartung, Reinigung und Pflege.
Auch das Schuhwerk gehört zur Rechnung
Geprüft wird mit einem genormten Sicherheitsschuh mit profilierter Sohle. Bei rauen oder profilierten Böden trägt der Formschluss zwischen Sohlenprofil und Boden zur Rutschhemmung bei.
Arbeiten Ihre Leute in glatten Sohlen oder in stark abgelaufenen Schuhen, erreicht der Boden diesen Wert im Alltag nicht. Die Regel weist deshalb ausdrücklich darauf hin, das getragene Schuhwerk bei der Auswahl der Bewertungsgruppe zu berücksichtigen.

Wo PVC-Klickfliesen mit R10 passen und wo nicht
Unsere Flexi-Tile Klickfliesen sind mit R10 nach DIN 51130 geprüft, in den Standardoberflächen Hammerschlag und Genoppt. Das deckt einen großen Teil der gewerblichen Flächen ab, aber eben nicht alle.
Welche Stärken und Optiken zu dieser Prüfung gehören, listen wir bei den Flexi-Tile Ausführungen auf. Die R-Klasse ist dort für alle Standardvarianten identisch, unabhängig von der Stärke.
| Bereich und Anforderung | Mit R10 abgedeckt |
|---|---|
| Büro, Ausstellung, Verkaufsraum (R 9) | Ja |
| Umkleide- und Waschräume (R 10) | Ja |
| Garage, Stellplatz ohne Wettereinfluss (R 10) | Ja |
| Montage- und Lagerfläche ohne Ölanfall | Ja, Anhang 2 greift dort nicht zwingend |
| Dreherei, Fräserei, Stanzerei (R 11) | Nein |
| Kfz-Instandsetzung, Waschplatz (R 11) | Nein |
| Prüfgrube, Öllager, Härterei (R 12 mit V-Wert) | Nein |
Wo unsere Standardfliese an die Grenze kommt
Bei vier der sieben Zeilen in der Tabelle oben, sind für unsere Flexi-Tile mit R10 ein klares Ja, drei ein klares Nein. Wer eine Zerspanungshalle mit laufendem Kühlschmierstoff auslegt, braucht einen anderen Belag als unsere Standardfliese, und das sagen wir im Angebot auch so.
In Montage, Lager und Reparatur ohne dauerhaften Ölfilm sieht es anders aus. Welche Ausführungen dort im Einsatz sind und was sie aushalten, zeigt unsere Seite zum Werkstattboden. Wichtig ist dort die Punktlast, also Gewicht auf kleiner Fläche wie unter einem Regalfuß oder Wagenheber.
Flächen mit stehendem Wasser sind ein Sonderfall
Für Flächen mit stehendem Wasser gibt es die Ausführung Flexi-Tile OPEN 14 mit offener Gitterstruktur, durch die Flüssigkeit nach unten abläuft. Eine geprüfte R-Klassifizierung liegt uns für diese Ausführung nicht vor, deshalb ist sie kein Nachweis für eine Ausschreibung mit R-Vorgabe.
Wo die Anforderung dagegen bei R10 oder darunter liegt, spielt die Klickfliese ihre eigentlichen Stärken aus. Die geprüften Werte für Härte, Brandverhalten und Temperaturbereich finden Sie gebündelt in unseren technischen Daten.

Praxis-Hinweise für die nächste Bodenentscheidung
In der Beratung kommen sechs Punkte immer wieder vor, meist erst dann, wenn die Ausschreibung schon geschrieben ist. Bis dahin ist die R-Vorgabe oft schon Vertragsbestandteil.
- Bereich vor Produkt klären: Zuerst die Zeile in Anhang 2 suchen, die Ihrem Arbeitsbereich entspricht. Erst danach Produkte vergleichen.
- Teilflächen abgrenzen: Notieren Sie, wo tatsächlich Öl, Nässe oder Späne anfallen. Häufig ist das ein Bruchteil der Gesamtfläche.
- Übergänge mitdenken: Prüfen Sie, welche R-Gruppe der Nachbarbereich hat, bevor Sie eine Teilfläche höher auslegen.
- V-Wert nicht übersehen: Steht in der Vorgabe ein V hinter der R-Gruppe, ist ein glatter Belag ausgeschlossen, egal wie hoch seine R-Stufe ist.
- Reinigungsplan früh abstimmen: Klären Sie mit dem Reinigungsdienst, welche Mittel zulässig sind, bevor der Boden liegt.
- Gleitreibungswerte nicht umrechnen: Ein im Betrieb gemessener Reibwert lässt sich nicht in eine R-Gruppe übersetzen. Beide Verfahren sind nicht vergleichbar.
So kommen Sie von der Anforderung zum passenden Boden
Die Frage nach der richtigen Rutschhemmungsklasse beantwortet nicht der Hersteller, sondern der Arbeitsbereich. Wer Anhang 2 der ASR A1.5 aufschlägt und die Zeile für seinen Bereich sucht, hat die Vorgabe in zwei Minuten schwarz auf weiß.
Ist die Anforderung erst einmal bekannt, wird es einfach: Passt der Belag zur geforderten Stufe, passt er. Passt er nicht, hilft auch das beste Produktargument nicht weiter. Diese Prüfung nehmen wir Ihnen für Ihre konkrete Fläche gerne ab, inklusive der Zeilen, bei denen unsere Antwort Nein lautet.
Einen Überblick, welche Bereiche wir mit R10 abdecken, gibt unsere Seite zum Thema rutschfester Bodenbelag. Sie zeigt die Oberflächen und die typischen Einsatzbereiche nebeneinander.
Schicken Sie uns Ihren Arbeitsbereich und die geforderte R-Gruppe, und Sie erhalten von uns eine ehrliche Einschätzung: ob unsere Klickfliesen die Anforderung erfüllen, und wenn nicht, woran es liegt.
Häufige Fragen zu Rutschhemmungsklassen
Woher weiß ich, welche Rutschhemmungsklasse für meine Halle vorgeschrieben ist?
Die vorgeschriebene Rutschhemmungsklasse für Ihre Halle finden Sie in Anhang 2 der Arbeitsstättenregel ASR A1.5. Dort sind Arbeitsbereiche einzeln aufgelistet, mit der jeweils erforderlichen R-Gruppe.
Ist Ihr Bereich nicht aufgeführt, ordnen Sie ihn einem vergleichbaren Bereich aus der Liste zu. Maßgeblich sind Häufigkeit, Menge und Art der rutschigen Stoffe, die dort auf den Boden gelangen.
Ist R11 wirklich immer besser als R10, wenn ich auf Nummer sicher gehen will?
R11 ist nicht in jedem Fall besser als R10, auch wenn eine höhere Bewertungsgruppe grundsätzlich zulässig ist. Das gröbere Profil ab R11 nimmt mehr Schmutz auf und erschwert die Reinigung spürbar.
Dazu kommt eine harte Grenze aus der ASR A1.5: Angrenzende, durchgehend begangene Flächen dürfen sich um höchstens eine R-Gruppe unterscheiden. Ein R11-Bereich neben einem R9-Flur ist deshalb keine sichere Lösung, sondern eine zusätzliche Gefahrenstelle.
Muss ich meinen Bodenbelag neu prüfen lassen, weil die DIN 51130 zurückgezogen wurde?
Sie müssen Ihren Bodenbelag wegen der Zurückziehung der DIN 51130 nicht neu prüfen lassen. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV betrachtet Ergebnisse nach alter und neuer Norm als gleichwertig, weil Prüfschuh, Motoröl und Messprinzip unverändert sind.
Vorhandene Prüfzeugnisse bleiben also gültig, üblicherweise für fünf Jahre ab Ausstellung. Sie genügen auch dann, wenn eine Ausschreibung bereits auf die DIN EN 16165 verweist.
Was bedeutet die Angabe V4 oder V6 hinter der R-Gruppe im Datenblatt?
Die Angabe V4 oder V6 hinter der R-Gruppe beschreibt den Verdrängungsraum, also den offenen Hohlraum unter der Trittebene. Dort können Öl, Späne oder Wasser abfließen, statt unter der Schuhsohle zu bleiben.
Die Zahl gibt das Mindestvolumen in Kubikzentimetern je Quadratdezimeter an. V4 steht für vier, V10 für zehn Kubikzentimeter. Gefordert werden V-Werte etwa an Prüfgruben mit V4 oder in Lagerräumen für Öle mit V6.
Ein glatter Belag ohne Profilierung hat keinen Verdrängungsraum und erfüllt eine solche Vorgabe auch bei hoher R-Gruppe nicht.
Können PVC-Klickfliesen mit R10 in einer Werkstatt verlegt werden?
PVC-Klickfliesen mit R10 lassen sich in einer Werkstatt verlegen, solange dort keine nennenswerten Mengen Öl oder Kühlschmierstoff auf den Boden gelangen. Für Montage, Lager und Fußverkehr ist R10 nach ASR A1.5 ausreichend.
Sobald Ihr Bereich unter die Zeilen für Zerspanung oder Fahrzeuginstandsetzung fällt, fordert die Regel R11. Diese Stufe erreichen unsere Standardoberflächen nicht, weshalb dort ein anderes System die richtige Wahl ist.


